Mi Emma

Geboren: 21.05.2004
Stockmass: 1,63m
Rasse: Englisches Vollblut
Gezogen: 2004 in Deutschland
Vater: Silvano
Mutter: Mi Anna
Farbe: dunkelbraun
Besitzer: Rennstall Darboven
Züchter: Gestüt IDEE
Trainer: Andreas Wöhler (Ravensberg)
Silvano-Tochter Mi Emma gewinnt die 2000 Guineas überlegen
Die Silvano-Tochter Mi Emma hat am Sonntag auf der Galopprennbahn in Düsseldorf ihre Gegnerinnen im ersten Klassiker der Turf-Saison deklassiert. In den als Akdov-Stutenpreis gelaufenen 87. German 1000 Guineas waren die 28:10-Favoritin und ihr Jockey Eduardo Pedroza das dominierende Team und siegten nach 1600 Metern mit neun Längen Vorsprung vor Mystic Lips und Bahama Mama.
Mi Emma ist eine zarte, freundliche und ruhige Stute, die in der Box sehr umgänglich ist und keinerlei Anzeichen einer zickigen Diva zeigt. Sie hat jedoch einen starken Charakter, den sie neben und auf der Rennstrecke gern unter Beweis stellt.
Während Mi Emma auf der Koppel einen eher unscheinbaren Eindruck hinterlässt, prägt sie jede Rennstrecke mit ihrer außerordentlichen Präsenz. Sie hat ein echtes Rennherz und eine beachtliche mentale Stärke, die sich in ihrem unbedingten Willen zum Sieg zeigt. Im Rennen unterstützt sie den Jockey durch die ihr eigene Rennintelligenz und gute Führbarkeit. Im Rennen bevorzugt sie trockene und damit schnelle Böden. Wie in Ascot beobachtet werden konnte, lässt sie sich aber auch von einem regennassen Untergrund nur geringfügig bremsen.
Von der Presse wird Mi Emma mittlerweile als „rasende Kaffeebohne“ tituliert.
Der Vater SILVANO
Mi Emmas Vater Silvano war eines der besten Rennpferde der letzten zehn Jahre, ein auf drei Kontinenten erfolgreicher Galopper. In Deutschland siegte er vor allem im Emirates – Grossen Preis der Wirtschaft, seine Weltkarriere begann jedoch erst, als er fünf Jahre alt war. Im Jahre 2001 siegte er in der Arlington Million in Chicago, im Audemars Piguet Queen Elizabeth Cup in Hongkong und im Singapore Cup in Singapur, alles internationale Rennen der Gruppe I. Silvano verdiente dabei für seinen Besitzer mehr als 2,4 Millionen Euro und er erreichte ein internationales Rating von 123 (GAG 101,5 kg).
Die Mutter MI ANNA
Mi Anna ist nur drei Mal im Alter von zwei Jahren gelaufen. Sie gewann dabei zwei Rennen, darunter in Rom den Premio Republiche Marinare, ein internationales Listenrennen, und war außerdem Zweite im Kronimus-Rennen in Baden-Baden. Wegen einer Verletzung wurde sie früh in die Zucht genommen.
Mi Annas Mutter Medicenal wurde aus England importiert und gewann 4 Rennen, darunter Ausgleiche II in Hamburg und Baden-Baden und war Zweite im Großen Karstadt- Preis in Hamburg. Nach Ende ihrer Rennlaufbahn wurde sie vom Gestüt Idee erworben, für das sie neben Mi Anna vor allem noch den im Schweizer Derby erfolgreichen Hengst Moccaprince brachte.
Die Rennen
Bereits in ihrem ersten Rennen, im März 07 in Mühlheim, überraschte sie die Konkurrenz durch ihren atemberaubenden Stil. Spätestens mit ihrem deutlichen Sieg (9 Längen Vorsprung über 1.600 m) des Akdov-Stutenpreises Ende April in Düsseldorf überzeugte Mi Emma die Fachwelt von ihrer herausragenden Qualität.
Direkt im Anschluss an das von ihr dominierte Rennen erhielt Züchter und Besitzer Albert Darboven eine Einladung für Mi Emma in das Galoppsport-Mekka Ascot, wo sie über die Meile im Coronation Stakes gestartet ist.
Als Mi Emma zwei Tage vor ihrem Start in Ascot ankam, war sie aufgrund ihrer Erfolge in Deutschland – drei Siege in drei Rennen – als drittes Pferd für die Coronation Stakes bei den Buchmachern gesetzt. Wenige Minuten vor dem Start wurde sie sogar als Favoritin gehandelt – es hatte begonnen zu regnen. Denn die haushohe Favoritin, Finsceal Beo, läuft nur auf trockenem Boden gut. Auf der regennassen Bahn wurde diese schlussendlich nur Achte.
Sehen Sie hier Mi Emmas Rennen in Ascot (GB)
Nach einem guten Start aus der 1. Box hat Jockey Eduardo Pedroza Mi Emma über die gesamte Distanz von 1.600 m vorne gehalten. Er hat sie trotz massiver Angriffe von links und rechts als Zweitplazierte nach Indian Ink über die Ziellinie geritten. Für Mi Emma in diesem erstklassigen Feld europäischer Gewinnerinnen eine außerordentliche Leistung, mit der sie sich in die Meilenelite Europas eingereiht hat.
Albert Darboven, stolzer Besitzer von Mi Emma, hat das Rennen mit seinen Gästen in der königlichen Loge verfolgt, was ihm trotz der ungewohnten Kleiderordnung sehr viel Freude bereitet hat.
Ende Juli ist Mi Emma mit ihrem neuen, extra für dieses Rennen engagierten Weltklasse-Jockey Michael Kinane in Deauville, Frankreich im Prix d’ Astarte als Mit-Favoritin gestartet.
Nach ihren sensationellen Erfolgen in Deutschland und England wurde die junge Stute in diesem für sie schwierigen Rennen leider nur Siebte.
Jockey Kinane ist es während des gesamten Rennens leider nicht gelungen Mi Emma auf eine Position zu reiten, aus der sie die führenden Stuten rechtzeitig hätte angreifen können. Gleich zu Beginn wurde sie in einem großen Pulk eingeschlossen und musste die anderen Favoriten davon ziehen lassen. Erst auf den letzten Metern konnte Kinane Mi Emma auf freies Geläuf reiten und noch einige Positionen gut machen, jedoch keine Top-Plazierung holen.
In diesem Feld erfahrener Stuten, der Prix d’ Astarte ist offen für Stuten aller Altersklassen, hat Mi Emma wichtige Rennerfahrungen gesammelt, die ihr in ihrer weiteren Rennkarriere zu gute kommen werden.
Bereits am 28. August konnte sie ihre in Frankreich gesammelten Erfahrungen im Baden-Badener Darley-Oettingen-Rennen unter Beweis stellen. In ihrem ersten Rennen in einem gemischten Feld distanzierte Mi Emma den Millionengalopper Soldier Hollow und weitere Hengste deutlich. Gleich vom Start weg stellte Mi Emma unter Jockey Andreas Boschert klar, wer die Herrin des Rennens ist – seit 1996 der erste Sieg einer Stute im Darley-Oettingen-Rennen. Auf dem schnellen, festen Geläuf galoppierte sie mit 2 Längen Vorsprung ins Ziel und hat sich damit ihren Platz in der Trainingsgruppe von Andreas Wöhler auch für das kommende Jahr gesichert.
Im Herbst/ Winter 2007 wird Mi Emma in mindestens einem weitere Gruppe-I-Rennen starten, bevor sie in das Training für die kommende Saison geht.
Die Rennen im Überblick
Datum Rennen/Ort Platz Prämie Reiter
17.03.2007 Preis von Sportwagen Asustini Mülheim-Speldorf Stutenrennen 1 4.000 J. Bojko
08.04.2007 Henkel Trial – Düsseldorf Stutenpreis 1 20.000 Eduardo Pedroza
29.04.2007 87. German 1000 Guineas Akdov Stutenpreis 1 145.620 Eduardo Pedroza
22.06.2007 The Royal Ascot Meeting The Coronation Stakes 2 80.000 Eduardo Pedroza
29.07.2007 Prix D´Astarte 7 - Michael Kinane
28.08.2007 Darley-Oettingen-Rennen 1 55.000 AndreasBoschert
Zitate von Albert Darboven (Besitzer und Züchter):
Zum Sieg im Darley-Oettingen-Rennen in Baden-Baden:
„Sie ist wohl eines der besten Pferde, die ich je gezogen habe. Sie hat ein so gutes Temperament, war ganz ruhig.“
„Sie wird im nächsten Jahr im Training bleiben.“
Zum 2. Platz beim Coronation Stakes in Ascot:
„Mi Emma hat eine Superleistung gezeigt“
„Der Junge [Jockey Eduardo Pedroza] ist nur mit den Händen geritten, er hat der Stute keinen einzigen Klaps gegeben.“
Zum Sieg des Akdov-Stutenpreises:
„Ich bin total überrascht, wie trocken die Stute aus dem Rennen gekommen ist. Eine Klasseleistung.“
„Die letzten Meter bin ich auf der Tribüne mitgeritten. Es war ein einmaliges Gefühl das vor Ort zu erleben.“
„Es ist schon eine tolle Sache, weil ich das Pferd auch gezogen habe, aber wir hatten ja schon immer eine hohe Meinung von der Stute.“
Zitate von Andreas Wöhler (Trainer):
Zum Sieg im Darley-Oettingen-Rennen in Baden-Baden:
„Sie ist wunderbar gelaufen. Das Gerede, dass sie durch die Reisen über den Berg sei, war Quatsch, sonst wären wir hier nicht angetreten. Es war gut, dass Soldier Hollow als Meßlatte in dem Rennen war.“
„Ziel ist es, in diesem Jahr noch eine Gruppe I-Rennen zu gewinnen. Das hat sie einfach verdient.“
Zum 2. Platz beim Coronation Stakes in Ascot:
„In einem solchen Rennen Zweiter zu sein, ist wie zu gewinnen.“
„Die Siegerin ist eine Spezialistin für diesen Boden, der für Mi Emma nicht einmal optimal war. Sie bevorzugt es dann doch etwas schneller.“
„Mi Emma startet nun wahrscheinlich in fünf Wochen im Prix d’Astarte in Deauville.“
Zum Sieg des Akdov-Stutenpreises:
„Ich habe es vorher gewußt, dass sie siegen würde. Eddy [Jockey Eduardo Pedroza] hatte überhaupt keine Mühe.“
„Eine Augenweide, dieses Pferd galoppieren zu sehen, die Stute ist in einer anderen Liga zuhause, ein Pferd von einem anderen Stern. Wir waren sehr optimistisch vor dem Rennen. Die Stute hat bereits eine Einladung für Royal Ascot bekommen, das wäre natürlich eine Riesengeschichte, demnächst in England anzutreten.“
„Wir haben keine festen Pläne mit ihr, werden jetzt einmal alles sacken lassen, in Ruhe überlegen, wo sie läuft.“


